Das "spielfertig machen" des Instrumentes und wie ein Steg aufgeschnitten sein soll
Das Aufschneiden des Steges, das Einpassen des Stimmstockes, die Formung des Griffbrettes und des Obersattels, das Einpassen der Wirbel, die Montages des Saitenhalters mit der richtigen Länge der Hängesaite, das Aufziehen der Saiten (dazu gehört auch die Wahl der für das Instrument richtigen Saiten) und die Ermittlung der besten Stimmstockstellung bezeichnet man als Spielfertigmachen eines Instrumentes.

Wenn diese Arbeiten gut gemacht werden, bedeutet dies im eigentlichen Sinne eine klangliche und technische Optimierung des Instrumentes. Man kann auch sagen, ein Instrument kann nur so gut sein, wie diese Arbeiten sorgfältig und nach den Vorstellungen eines guten Geigenbauerhandwerkes ausgeführt sind. Dies ist leider, vor allem bei preisgünstigen Instrumenten, eher selten der Fall. Wenn Sie Instrumente anschauen, achten Sie auf die Qualität dieser Arbeiten. Ein fast sicheres Anzeichen für die sorgfältige und fachlich gute Arbeit ist das Aussehen des Steges.

Wenn die Formung des Steges nach einer sehr feinen Arbeit aussieht, wenn alle Schnittflächen sauber geschnitten und in harmonischen, (eher unauffälligen) Formen verlaufen, wenn die Stegfüßchen perfekt passend auf der Decke stehen, wenn die Oberfläche einen leichten Holzglanz hat und die Saiten mit gleichem Abstand voneinander auf einer Stegoberkante liegen, die, leicht verrundet, von der hohen bis zur tiefen Saiten gleichmäßig stark ist, - wenn die Rückseite des Steges (seine zum Saitenhalter liegenden Seite) absolut eben ist und die Vorderseite in horizontaler- und vertikaler Ebene leicht gewölbt, wenn sich der Steg leicht in Richtung Saitenhalter neigt und den Brandstempel des Geigenbauers trägt, dann ist er gut gemacht und Sie können davon ausgehen, daß auch alles andere am Instrument in Ordnung ist.