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Geigenbauwerkstatt
Hansgeorg Ulrich
Aalener Straße 53
73529 Schwäbisch Gmünd
Telefon 07171/8744820
mobil 0151/58119298
mail@ulrich-geigenbau.de
http://www.ulrich-geigenbau.de

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Instrumenten-Wertgutachten

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Beschreibung Ihres Instrumentes zu Ihrer Information oder für die Versicherung. Zustandsbeschreibung, nach Möglichkeit eine Ermittlung der Herkunft und des Wertes. Mündliche Auskünfte sind kostenlos.



Auf Wunsch ein schriftlicher Kostenvoranschlag zum Richten Ihres Instrumentes - ohne Auftragserteilung zu Ihrer Orientierung.

Der Preis für ein schriftliches Wertgutachten liegt – je nach Instrumentenqualität – zwischen € 87 und € 180; bei sehr hohen Werten wird eine Vereinbarung getroffen.  In der Regel muß Ihr zu begutachtendes Instrument dabei für einen Tag bei mir verbleiben.


Wert, Wertermittlung und Werterhaltung von Streichinstrumenten

dsc 0183Wohl kein anderer Gebrauchsgegenstand ist so werterhaltend wie ein Streichinstrument. Damit diese Behauptung wahr ist, müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein, die ich nachfolgend kurz skizziere.

Man muß, was die Wertentwicklung eines Streichinstrumentes betrifft, unterscheiden zwischen sogenannten Manufaktur Instrumenten und handgebauten Meisterinstrumenten.

Das Manufakturinstrument – vielfältig in seinen unterschiedlichen Qualitäten – ist heute ein mit Hilfe von hochgenauen Fräsmaschinen hergestelltes Instrument, an dem gewisse Arbeiten noch immer von Hand erledigt werden. Dieser Anteil von Handarbeit und deren Ausführung bestimmt wesentlich die Qualität und den Preis. Es handelt sich bei einem Manufakturinstrument immer um ein in Serie hergestelltes Instrument, das sich preislich stark unterscheidet vom handgebauten Meisterinstrument als einzeln angefertigtes Unikat. In Zeiten, die solche Fräsmachinen noch nicht gekannt haben – das gesamte 19. Jahrhundert – ist das Manufakturinstrument in Arbeitsteilung hergestellt worden: also einer hat zB Decken und Böden gemacht, ein anderer die Zargenkränze, ein dritter die Hälse geschnitzt, ein vierter hat lackiert und ein fünfter hat spielfertig gemacht.

Anders bei den handgebauten Meisterinstrumenten: das sind immer Einzelanfertigungen eines Geigenbau Meisters ohne Verwendung von vorgefertigten Teilen, (lediglich die Wirbel, Griffbretter und Stege werden als vorgeformte Rohlinge von außen bezogen) gebaut nach einem Modell des Meisters und von diesem mit eigener Rezeptur lackiert. Kurz: jedes Instrument ist eine Individualität und trägt in seiner Ausarbeitung das Signum der Erfahrung, die erworben wird durch eine Herstellungsweise, die sich mit dem einzelnen Instrument beschäftigt! Im Wesentlichen hat sich die Herstellungsweise dieser Instrumente in den vergangenen 300 Jahren nicht geändert. Solche Instrumente werden nach wie vor gefertigt – wenn auch nicht allzu häufig. In meiner Werkstatt entstehen jährlich zwischen zwei und vier handgebaute Meisterinstrumente.

Vielleicht sollte angemerkt werden, dass seit einigen Jahrzehnten ein großer Teil der als neue handgebaute Meisterinstrumente angebotenen die genannten Kriterien nicht erfüllt. 

Was die Werterhaltung dieser beiden „Instrumentengattungen“ - Manufaktur oder handgebaut – betrifft, so ist zum manufakturmäßig  hergestellten zu sagen, dass dieses in den ersten Jahrzehnten den Wert (ausgehend von einem realistischen Kaufpreis des neues Instrumentes) nicht ganz halten kann. Aber nach etwa 50 Jahren sollte der Wert dann doch wieder auf der ursprünglichen Höhe eines von Geldentwertung gereinigten ursprünglichen Kaufpreises angelangt sein. Von da an hat der Wert eine steigende Tendenz, sofern das Instrument regelmäßig gespielt und gepflegt wird.

Das neue handgebaute Meisterinstrument – wenn es seinem Namen gerecht wird und dem hohen Preis, der dafür zu bezahlen war, wird seinen Wert behalten! Es wird nicht nur wertbeständig sein, sondern im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte stark an Wert gewinnen. Die Zunahme seines Handelswertes ist dabei ganz stark abhängig davon, dass es wirklich viel und gut gespielt wird und immer die notwendige Pflege erhält!

Die Frage des einzelnen Instrumentalisten nach der Wertentwicklung seines Instrumentes läßt sich in etwa so beantworten: Ist das Instrument zu einem Preis gekauft worden, zu dem üblicherweise ein vergleichbares Instrument zur Zeit des Erwerbes hat gekauft werden können, dann steigt sein Wert im Laufe der Jahrzehnte in dem Maße, wie es benutzt und gepflegt worden ist. Denn wirklich gut werden Streichinstrumente erst durch das regelmäßige, ausgiebige Spiel! Und weil ein starker Gebrauch des Instrumentes die Notwendigkeit der Pflege und Instandsetzung mit sich bringt, ist letzteres unabdingbar für eine Werterhaltung und Wertsteigerung. Unterbleibt diese, fällt der Wert des Instrumentes – sei es auch noch so schön.

Diese Gesichtspunkte ließen sich sehr stark verfeinern. Das hier Vorgebrachte sind allgemein gültige Gesichtspunkte.






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