Adresse und Geschäftszeiten

Geigenbauwerkstatt
Hansgeorg Ulrich
Aalener Straße 53
73529 Schwäbisch Gmünd
Telefon 07171/8744820
mobil 0151/58119298
mail@ulrich-geigenbau.de
https://www.ulrich-geigenbau.de

Öffnungszeiten:
Besuchszeiten bitte nach Vereinbarung

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelles

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Das Streichinstrument als Wertanlage

und warum die höchstwertigen Streichinstrumente im Besitz der Banken sind...

Wenn man unter "Wert" den Wiederverkaufswert eines beliebig erworbenen Gegenstandes versteht, dann kann man sagen, dass dieser Wiederverkaufswert in aller Regel geringer ist als der der Preis, den wir dafür bezahlt haben. Bei guten Streichinstrumenten ist das nicht so: Pflege und Instandhaltung vorausgesetzt, behalten und steigern sie ihren Wiederverkaufswert im Laufe der Jahrzehnte.

Warum ist das so? Warum halten und steigern gute Streichinstrumente Ihren Wert, obwohl eine Violine, eine Viola, ein Cello oder ein Kontrabass doch Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind? Die Antwort liegt zu einem wesentlichen Teil gerade darin, dass sie tatsächlich "Gegenstände des täglichen Gebrauches" sind. Streichinstrumente - und darin unterscheiden sie sich auch von allen anderen Musikinstrumenten - werden durch den Gebrauch besser.

Eine Geige, die in drei Generationen 100 Jahre von Berufsmusikern gespielt worden ist, könnte schätzungsweise eine Gebrauchszeit von 180.000 Stunden hinter sich haben. Durch diese intensive Benutzung hat sie sich klanglich enorm verbessert. Eine 100-jährige Benutzerzeit ist für ein Streichinstrument nicht sehr viel! Regelmässige Pflege und sorgfältig durchgeführte Reparaturen ermöglichen den Streichinstrumenten ein vielfaches dieser Spielzeit. Hinsichtlich der Lebensdauer in Verbindung mit der Qualitätssteigerung stehen die Streichinstrumente sicherlich einzigartig da unter allen Dingen, die wir benutzen können.

Ein weiteres Merkmal ist eng mit der Werthaltigkeit von Streichinstrumenten verbunden: sie unterliegen keiner Mode und keiner grundsätzlichen Weiterentwicklung. Die Violine und ihre größeren Geschwister sind seit dem 17. Jahrhundert so perfekt in ihrer Art, dass eine Weiterentwicklung aus diesem Instrument allenfalls ein anderes machen önnte, das dann auch einen anderen Namen bekommen müsste. Geige, Bratsche, Cello und Bass, das sind Instrumente, die - mit Ausnahme von Bassbalken und Halslage - seit bald 400 Jahren so sind, wie sie heute sind und auch in den nächsten 400 Jahren so bleiben werden.

Weil die Werthaltigkeit eines Streichinstrumentes in der Welt der Gebrauchsgegenstände höchst erstaunlich ist und nicht leicht ein zweites Mal so gefunden werden kann, lohnt es sich, hier noch genauer hinzuschauen: wie verhält es sich mit den auf moderne Art hergestellten Manufakturinstrumenten, die in großer Stückzahl mit Hilfe von Kopierfräsen hergestellt werden? Hier ist es in der Tat so, dass einfache Instrumente zwar hinsichtlich ihrer Lebensdauer den hochwertigen Instrumenten nicht nachstehen müssen, ihre Werterhaltung ist aber in dem beschriebenen Masse garnicht gegeben. Das betrifft den Großteil der Manufakturinstrumente, die etwa seit dem zweiten Drittel des 20. Jahrunderts gebaut worden sind.

Allerdings gibt es im Bereich der Manufakturinstrumente seit wenigen Jahren eine neue Entwicklung: einig wenige Hersteller legen sich mächtig ins Zeug und bieten Instrumente an, die - obwohl keine Einzelanfertigungen - handwerklich, klanglich und optisch ganz hervorragend sind. Das ist etwas durchaus Neues im Manufakturbau! Die Qualität ist so erstaunlich gut, dass ich sie für eine Zeiterscheinung halten möchte: jetzt gibt es diese Instrumente - ob es sie in naher Zukunft noch so geben wird, halte ich für fraglich. Diese Streichinstrumente haben hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit und Wertentwicklung eine sehr gute Zukunft und es ist hochlohnend, danach zu suchen!

Diese kleine Abhandlung über die Werthaltigkeit von Streichinstrumenten füge ich hier im Juni 2019 meiner Homepage bei. Für den Einen oder Anderen mag das interessant sein in einer Zeit, in der unser Währungssystem immer mehr zu Börsen-Wettcoupons verkommt.

Es ist kein Zufall, dass sich ein großer Teil der höchstwertigen Streichinstrumente im Besitz der Banken befindet...

 

 

 

 

 

Etwas zum Begriff der "Kopie" - gemeint ist die Kopie eines Streichinstrumentes

Seit etwa zwei Jahrzehnten findet man zunehmend mehr Streichinstrumente im Bereich der manufakturmäßigen Herstellung, die leichte Andeutungen eines bereits gespielten Instrumentes aufweisen. Meist ist das so vorsichtig gemacht, dass es einem Teil meiner Kundschaft gar nicht auffällt. Diese "Imitationen" machen das Erscheinungsbild des Instrumentes lebhafter. Es gibt zwei Gründe für diese Bauweise: zum einen sind die Fräsmaschinen mittlerweile so perfekt, dass das Ergebnis schon wieder fast langweilig wird. Das läßt den Wunsch entstehen, dem einzelnen Instrument beim Lackieren etwas mehr Individualität zu verleihen. Zum anderen ist das ein "wieder Aufgreifen" des Markneukirchener Geigenbaues im 19. Jahrhundert. Dort sind damals alle Instrumente "imitiert" gebaut worden.  Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass nicht nur diese neue Lackgestaltung in den hochwertigen Manufakturbau eingezogen ist, sondern gleichzeitig auch eine neue Vielfalt der Modelle: die Zeit des "Einheits-Staradivari Modells" sind vorbei.

Etwas ganz anderes ist die wirkliche Kopie eines ganz bestimmten alten Instrumentes. Hier handelt es sich um ein handgebautes Einzelstück, also um ein echtes Meisterinstrument. Ein Geigenbauer, der eine solche Kopie machen kann, zeigt nicht nur, dass er den Neubau vollkommen beherrscht, sondern dass er ein Auge hat für die Schönheit eines alten und über Jahrhunderte gespielten und immer bestens gepflegten Instrumentes. Das hat gar nichts mit "Schäbbi-Chic" zu tun - sondern hier zeigt ein Geigenbauer seine ganze Kunst! Ein wunderbares Beispiel dieser seltenen Instrumente finden Sie hier unter "Meisterinstrumente", die Nummer 18115.

 

  

 

 

 

Musikstudenten / Studenten an Hochschulen für Musik mit den Hauptfächern Violine, Viola, Violoncello

Ich weiß. wie wichtig es für Musikstudenten ist, das richtige Instrument zu finden. Und wie schwierig das manchmal sein kann, denn die geeigneten Instrumente sind in der Regel nicht gerade billig...

Als Hilfe zum Finden und Erwerben des richtigen Instrumentes biete ich gerne folgendes an:

Die Instrumente dürfen bei mir ausgiebig - gerne auch tagelang - im Geschäft gespielt werden. Ab Ende 2018 kann eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit (kleine Wohnung) geboten werden, so dass sich das Probieren nicht auf einen Tag beschränken muß.. 

Ein Instrument, das bei mir vorher probiert worden ist, kann kostenlos für 3 Monate geliehen werden. Es muß lediglich vom Ausleiher versichert sein. (Letzteres ist ein Angebot, das ich wirklich nur für Musikstudenten im Hauptfach Violine / Viola / Cello machen kann.)

Beim Erwerb eines Instrumentes kann ich evtl. bei der Finanzierung behilflich sein.

Fragen Sie gerne telefonisch oder per Mail bei mir nach, ob etwas für Sie Geeigentes verfügbar ist.

 

 

Leihen (Monatsgebühren) ...

1/8 und ¼ Violinen € 10 bis € 14

½ und ¾ Violinen € 14 bis € 25

4/4 Violinen € 16 bis € 44

Violen € 16 bis € 44

¼ Celli € 16 bis € 26

½ und ¾ Celli € 18 bis € 27

4/4 Celli ab € 28

Verrechnung bei Kauf: 6 Monatsmieten

Rückgabe jederzeit.  Mindestleihgebühr 70€ bzw 100€ (Vl / Vc). 5 % Rabatt bei Jahresrechnung)

 

... und Leihkaufen

Die Raten und Gebühren beim Leihkauf sind vom Instrument abhängig und werden individuell vereinbart

 

Verkauf im Kundenauftrag / Aufnahme Ihres Instrumentes in die Rubrik "Verkauf im Kundenauftrag"

Über die Gebühr für die Aufnahme in meine Internetseite bitte eine schriftliche Information bei mir einholen, danke!

 

Mitnahme von Instrumenten zum Probieren

Ich freue mich, wenn Sie bei mir im Geschäft Instrumente probieren. Sie dürfen das, solange Sie möchten -  gerne tagelang. Auch abends können Sie bei mir spielen, solange Sie wollen!

Zum weiteren Ausprobieren eines Instrumentes darf dieses uU mit nach Hause genommen werden. Die Mitnahme ist an Bedingungen geknüpft: Ein Instrument, das mit nach Hause genommen wird, soll vorher ausgiebig bei mir im Geschäft probiert worden sein. Instrumente, die nicht probiert worden sind, können leider nicht mitgenommen werden. Ich bitte um Verständnis, dass ich unversicherte Instrumente für längstens drei Tage (!) aus dem Haus gebe - die unversehrte Rückgabe liegt in Ihrer Verantwortung.

 

 

Etwas zum Instrumentenlack 

Der Lack des Instrumentes hat nicht nur die Aufgabe, das Instrument zu schützen, sondern er hat auch Einfluß auf den Klang und er hat darüberhinaus eine wesentliche Bedeutung für das äußere Erscheinungsbild. Zu letzterem lohnt sich eine nähere Betrachtung.

Das fertige unlackierte Instrument ist „weiß“ - sehr hell.

Das Fichtenholz der Decke ist zuerst einmal fast weiß; wenn man genau hinschaut, ist es übersät mit silbernen glänzenden kleinen Strichen quer zu den Jahresringen, die aussehen wie eingelagerte Kristalle. Sichtbar sind diese Markstrahlen bei schön gespaltenem Holz und dann erst wieder nach der sorgfältigsten Glättung der fertigen Decke, was nicht mit Sandpapier geschehen darf, sondern mit Schachtelhalm. Das heißt, das Fichtenholz darf mit Sandpapier gar nicht in Berührung kommen, sondern nach dem Glätten mit der Ziehklinge ist die Endbehandlung die Glättung mit Schachtelhalm, wobei zwischendurch das Holz gewässert wird. Diese Vorgehensweise erst bringt die Schönheit eines Fichtenholzes, das auf magerem Gebirgsboden gewachsen ist, zum Vorschein.

Der Bergahorn, das zumeist verwendete Holz für Boden, Zargen und Hals, ist meistens weiß, er kann aber auch Braun- oder Rottöne haben. Zum Instrumentenbau verwendet man in der Regel „geflammten“ oder „geriegelten“ Ahorn. Das ist die Bezeichnung für eine Wuchsart des Baumes, bei der die Jahresringe, die Fasern, nicht senkrecht in einer Linie nach oben dem Himmel zu wachsen, sondern in mehr oder weniger gleichmäßigen Schlangenlinien. Wenn ein solches Holz gehobelt wird, die Holzfaser ständig angeschnitten und es entstehen quer zu den Jahresringen verlaufende Lichtbrechungen. Boden, Hals und Zargen werden nach dem hobeln wie bei der Decke mit der Ziehklinge geglättet und zuletzt mit Schachtelhalm geschliffen und gewässert.

So bearbeitet hat das Holz des unlackierten Instrumentes eine unglaubliche Schönheit. Fichte und Ahorn bekommen an der Oberfläche eine erstaunliche Tiefenwirkung, sodass man glaubt, ins Holz hineinschauen zu können. Dabei überkommt einen das Gefühl, dass der notwendige Lacküberzug eigentlich die ganze Sache nur noch verderben kann. Das will man natürlich auf gar keinen Fall und man ist eigentlich nur bereit, diese schöne Holzoberfläche dem Lack preiszugeben, wenn der Lack seinerseits wieder etwas zur Schönheit des Instrumentes beitragen kann.

Instrumentenlack ist ein transparenter Farblack. Die Farbe soll eine natürliche sein – Anilinfarben verbieten sich da. Zum Glück weisen die rohen Farbharze eine reiche Farbpalette auf, so dass auf künstliche Farben verzichtet werden kann. Der Lack ist sehr dünn und wird in vielen Schichten aufgetragen, wobei man zwischendurch schleift und auch poliert. Weil der Lack transparent ist, fällt jede Unregelmäßigkeit sofort in der Farbintensität auf. Das heiß, dort wo der Pinsel noch etwas mehr Lack an sich trägt, wird die Farbe instensiver als dort, wo er schon weitgehend ausgestrichen ist. Man kann solche Unregelmäßgkeiten nicht korrigieren, weil jeder Anstrich den darunter liegenden Lack wieder aufweicht; würde man anfangen, mit dem Pinsel hin und her zu streichen, wie das beim Lackieren einer Türe oder eines Fensters ganz normal ist, würde man sofort die ganze Arbeit vollständig verderben.

Da nun das gleichmäßige Lackieren mit transparentem Farblack auf den weißen Holzgrund nie ganz perfekt gelingen kann, ist man dazu übergegangen, das rohe Holz vor dem Lackieren mit einer Farbbeize zu behandeln. Denn dann streicht man den transparenten, gefärbten Lack nicht mehr auf einen weißen Holz-Untergrund, sondern auf einen – meist stark – gefärten und die Unregelmäßigkeiten des Lackauftrages werden weitgehend unsichtbar. Das aber zerstört diese unglaublich schöne Holzoberfläche: der Spiegel, die Lichtbrechung, die Tiefenwirkung des Holzes wird zerstört und auch die natürliche Nachdunklung des Holzes wird verhindert.

Unser Auge hat sich längst gewöhnt an das Erscheinungsbild der unter dem Lack farbgebeizten Instrumente. Jedes Manufaktur- Instrument wird heute (und auch schon vor 200 Jahren) auf diese Art lackiert. Ausnahmen sind nur manche neue handgebauten Meisterinstrumente und die alten hochgeschätzen Meisterinstrumente. Bei letzteren ist es so, dass deren Farblack nicht so intensiv gefärbt war, wie man das heute tut. Deren heutige Farbe ist ein Zusammenspiel des im Laufe vieler Jahrzehnte oder Jahrhunderte nachgedunkelten Holzes mit dem zarten Farblackauftrag. Das gibt diesen Instrumenten ihr unvergleichlich edles Aussehen. Dass diese Lacke intensiv und regelmäßig gepflegt worden sind, ist eine weitere Voraussetzung zu ihrem heutigen Erscheinungsbild.

Auf Grund der nun schon seit Langem angewendeten Lackiertechnik auf gefärbtes Holz ist uns das in großer Gleichmäßgkeit lackierte Instrument zu einem gewohnten und eigentlich auch oft langweiligen Erscheinungsbild geworden. Die mögliche Schönheit des lackierten Instrumentes ist der Vorstellung abhanden gekommen.

Ein Möglichkeit, dem schönen Lackbild alter Instrumente wieder nahezukommen ohne auf die unserer Vorstellung gewohnten intensive Färbung verzichten zu müssen ist, die Holzoberfläche so zu bearbeiten wie am Anfang beschrieben und dann ohne weitere Beize den Farblack aufzutragen. Also so, wie man das vor 200 Jahren gemacht hat, allerdings nicht mit dem wenig gefärbten Lack, sondern mit einer Farbintensität, die unser Auge sich heute oft wünscht. Die feine Farbintensität alter Instrumente ist ein Zusammenspiel des im Laufe einer sehr langen Zeit nachgedunkelten Holzuntergrundes und den Farbpigmenten des Lackes.

Dieser Lack soll so beschaffen sein, dass er sich jederzeit gut polieren lässt, also sich beim polieren erweicht und an seiner äußersten Oberfläche neu verteilt. Dass das Lackbild wegen der höheren Farbintensität dabei nicht ganz gleichmäßig wird, empfinde ich eher als Wohltat. Denn in Verbindung mit dem Nachdunkeln des Holzes im Laufe der Jahrzehnte, in Verbindung mit den Lackverletzungen und Lackabtragungen, die sich aus dem hoffentlich regelmäßigen und ausgiebigen Gebrauch ergeben und die dann im Laufe der Zeit eine oftmalige Lackpflege und Politur nötig machen, ergibt sich über längere Zeit gesehen ein hochwertiges Erscheinungsbild, das dieses Instrument immer lebendiger macht und auf keine andere Art zu erreichen ist. Es gibt selbstverständlich auch andere Arten der Lackierung, die ebenfalls zu schönen Ergebnissen kommen; wichtig erscheint mir, dass die Lackierung Ausdruck der individuellen Anfertigung des Instrumentes ist.

Ein solches Instrument, regelmäßig und gut gespielt, wird erlebbar schöner mit dem Alter. Es wird auch besser, je intensiver es gebraucht und gepflegt wird. Auch hinsichtlich seines Wertes wird die Entwicklung so sein, dass nicht leicht etwas gefunden werden kann, das sich ähnlich günstig in der Werterhaltung, Wertsteigerung verhält.

 

 

 

 


Wegbeschreibung zur Geigenbauwerkstatt Ulrich, Schwäbisch Gmünd in "Kontakt" aus den Richtungen Stuttgart, Esslingen, Göppingen, Ulm, Würzburg

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