Geigenbauwerkstatt
Hansgeorg Ulrich
Aalener Straße 53
73529 Schwäbisch Gmünd
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Instrumenten Beschreibung

 Violine, Viola, Cello, Baß

Wenn Sie auf meiner Seite lesen, wie ich Instrumente beschreibe, stellen Sie fest, dass sehr wenig über das angebotene Instrument ausgesagt ist. Der nachfolgendeText geht der Schwierigkeit nach, ein Instrument in "Kurzform" zu beschreiben.

Streichinstrumente sind sehr verschieden voneinander. Sie unterscheiden sich zB im jeweils verwendeten Modell, in der handwerklichen Bauweise und Ausführung, im verwendeten Tonholz, in der Art der Lackierung, in ihren klanglichen Eigenschaften und im Preis.  Ideal wäre eine Instrumentenbeschreibund, die den Verkaufspreis verständlich machen könnte, doch das ist leider nicht wirklich möglich. Was ich im beschreibenen Text zum jeweiligen Instrument angeben kann, sind lediglich Hinweise auf die Art des Instrumentes.

 Ich gebe an, ob es sich um ein gespieltes oder ein neues Instrument handelt. Nach Möglichkeit gebe ich an, wo und wann das Instrument gebaut worden ist. Da zu allen Zeiten an allen Orten qualitativ sehr unterschiedliche Instrumente gebaut worden sind, sagt das noch wenig über die Güte des Instrumentes aus.

 Manchmal läßt sich ein Instrument einer bestimmten Geigenbau Werkstatt zuordnen. Das ist dann schon eine Aussage, die einen qualitativen Wert haben kann.

 Sehr oft beschreibe ich ein Instrument als gewichtsmäßig leicht – leichtes Gewicht. Das ist tatsächlich eine Qualitätsmerkmal – eines unter vielen anderen (!) - , denn leichte Instrumente sind in der Regel aus gutem Tonholz gebaut und die tonliche Ansprache ist besser.

 Bei fast jedem Instrument gebe ich an, dass es von mir spielfertig gemacht worden ist. Das Spielfertigmachen betrifft die Formung des Steges, des Griffbrettes, des Obersattels, die Stellung des Stimmstockes und die Länge der Hängsesaite. Wie diese Arbieten ausgeführt sind, bestimmt sehr wesentlich die Spielbarkeit des Instrumentes. Die gute Spielbarkeit ist ein wichtiges Qualitätskriterium!

 Manchmal erwähne ich die Lackierung. Das Erscheinungsbild des Instrumentes wird ganz entscheidend vom Lackbild geprägt. Zwar ist die Wirkung des Lackrezeptes auf den Klang stark überschätzt: in dieser Hinsicht müßte man sehr genau beschreiben und inhaltlich in eine Tiefe gehen, für die in einer kurzen Instrumentebeschreibung kein Platz ist. Glücklicherweise aber sind bei besseren und guten Manufaktirinstrumenten die Zeiten der Spritzlackierung vorbei, die ein furchtbar langweiliges Lackbild erzeugt hat. Die optische Wirkung der Lackierung hat ihre Ursache bei Weitem nicht nur in der Lackrezeptur, sondern zuerst in der Art der Holzbehandlung vor der Lackierung – wie das Holz geschliffen oder gelättet wurde, wie die Vorbehandlung der Holzoberfläche war, welche Art der Beizung angewendet worden ist, die Art des Lackauftrages, die Dicke der Lackschicht, die Endbehandlung der Lackierung usw. Das Resultat der Lackierung ist zuerst einmal eine Geschmacksache: was dem Einen gefällt, gefällt dem Anderen weniger gut. 

 Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen weicheren und härteren Lacken. Letztere finden sich überwiegend bei den sogenannten Manufkaturinstrumenten, erstere überwiegend bei einen Teil älterer hochwertiger Instrumente und neuen handgebauten Meisterinstrumenten. Härtere Lackierungen sind darauf angewiesen, daß sie durch Pflege der Lackierung in einem neuwertigen Zustand gehalten werden. Das ist möglich durch Lackretouchen an verletzten Stellen, durch feines schleifen und polieren der verwitterten und verschmutzten Lackierung. Die weichere Lackierung ist auf einen Erhalt ihres neuwertigen Aussehens nicht angewiesen. Lackabnutzungen geben dem Instrument ein durchaus lebendiges und hochwertiges Aussehen, sofern die Lackierung von Zeit zu Zeit fachmännisch gerichtet wird. Die Lackierung der hier angebotenen Instrumente ist immer gerichtet. Die Erwähnung einer guten Poliebarkeit des Lackes ist ein Hinweis auf einen weicheren Lack.

 

 Und nun zur Beschreibung der klanglichen Eigenschaft von Streichinstrumenten. Beim Lesen der Beschreibug meiner Instrumente fällt auf, dass ich sehr wenig dazu sage. Der Grund ist, daß es nahezu unmöglich ist, den Klang eines Instrumentes so zu beschreiben, dass der Leser sich eine brauchbare Vorstellung bilden kann. Ich will das begründen: Was dem Einen ein harter und scharferTon ist, das ist einem Anderen ein wunderbar klarer, kräftig heller Ton. Was dem Einen ein angenehm weicher Ton ist, das ist dem Anderen ein unbestimmter, kraftloser Ton. Die Vorstellungen vom guten Ton, die Wünsche an den Klang des Instrumentes, sie sind ausgesprochen individuell!

 Es gibt einige Kriterien hinsichtlich des Klanges, die beschreibbar sind. Das ist zuerst einmal die leichtere oder schwerere Ansprache des Instrumentes, also wieviel Kraft aufgewendet werden muß, damit der Ton erscheint. Instrumentalisten, die keine Übung haben im Vergleichen von Instrumenten (und die wenigsten haben darin wirklich Übung), werden eher ein Instrument bevorzugen, das spieltechnisch gut eingerichtet ist, denn diese Einrichtung ist das Auffälligste beim Probieren des Instrumentes.

 Es gibt eine weitere objektiv beschreibbare klangliche Einschränkung, die darin besteht, dass ein bestimmter Tonbereich des Instrumentes weniger gut klingt; zB wenn die ganz hohen oder ganz tiefen Töne schlechter ansprechen. Oder ein Wolfston beim Cello, der aber immer beseitigt werden kann.

 Beim Probieren neuer oder alter Instrumente, die lange nicht gespielt waren, ist die Fantasie des Spielers gefragt: Streichinstrumente werden erst durch fleisiges Spielen, durch häufigen Gebrauch wirklich gut! Es ist aber dem neuen (oder lange nicht gespielten) Instrument durchaus zuverlässig anzuhören, welches klangliche Potential in ihm liegt! Gefällt ein solches Instrument beim ersten Probieren, darf immer davon ausgegangen werden, dass sich der Grundcharakter des Instrumentes in eine erfreuliche Richtung weiterentwickelt. Und umgekehrt, wenn des Instrument beim ersten Spielen nicht gefällt, wird es auch in Zukunft nicht gefallen.

 Dann gibt es noch das Kriterium der Tragfähigkeit des Tones: Die Tragfähigkeit beschreibt das Vermögen des Instrumentes, auch noch aus weiterer Entfernung gut gehört werden zu können.

Dieses zu beurteilen, muß man sich tatsächlich in einige Entfernung vom Instrument begeben – im Haus also in ein weiter entferntes Zimmer - um zu hören, wie gut der Ton dort noch ankommt. Eigentlich ist das nur ein Kriterium für Solisten, die tatsächlich einen Saal mit ihrem Instrumentenklang füllen müssen. Für Spieler, die nicht solistisch in Sälen auftreten, finde ich es viel wichtiger, wie sie ihr Instrument „direkt am Ohr“ empfinden.

 Zusammengefasst läßt sich sagen, dass eine tonliche Beschreibung im Rahmen dessen, wie ich meine Instrumente auf dieser Internetseite anbiete, nicht wirklich möglich ist. Denn was dem Einen Instrument angemessen ist, muß ein anderes Instrument gar nicht leisten können. Zur Beurteilung des Instrumentes ist das Probieren des Instrumentes unerlässlich. 

 Die Instrumentenbilder auf meiner Seite, der kurze Text und der dazugehörige Preis sollen Ihnen lediglich die Möglichkeit geben, festzustellen, ob Sie bei mir Ihr Instrument finden könnten.

 

Weitere Informationen im Text „Über das Auswählen des Instrumentes“...

 

 

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