Meisterwerkstätte für Geigenbau
Hansgeorg Ulrich

Langenburger Straße 20
74653 Künzelsau
Telefon +49 151 581 19298
mail@ulrich-geigenbau.de
https://www.ulrich-geigenbau.de

 

Öffnungszeiten / neue Adresse:
Sehr geehrte Kundschaft! Ich habe meine Werkstatt von Schwäbisch Gmünd nach Künzelsau verlegt.

Kundentermine nehme ich gerne per Mail oder telefonisch entgegen.

Falls Sie sich einen Samstag-Termin wünschen, bitte rechtzeitig reservieren. Danke!

 

Herstellungsweisen und Qualitäten der Streichinstrumente

Die verschiedenen Herstellungsweisen und Qualitäten der Streichinstrumente

Das „Meisterinstrument“ ist eine Einzelanfertigung und in allen Teilen von Hand gebaut, nach einem eigenen Modell des Geigenbauers und lackiert mit einem Lack aus eigener Rezeptur. Das Bauen von Hand ist keine Erfolgsgarantie für ein hochwertiges Instrument, aber dessen Voraussetzung. Auch unter ästhetischen Gesichtspunkten sehr schätzenswert - so sollte es zumindest sein - und dann ist es das, was man eigentlich unter einer Geige, einer Bratsche, einem Cello versteht.

Das „Manufakturinstrument“ wird aus maschinell gearbeiteten Teilen von Hand fertig gestellt. Böden und Decken sowie die Hälse mit den Schnecken werden mit Hilfe einer Kopierfräse angefertigt in Werkstätten, die sich darauf spezialisiert haben. Diese Instrumente sind sehr viel preisgünstiger als ein handgebautes; es gibt sie in vielen verschiedenen Qualitäten und also zu vielen verschiedenen Preisen. Ein solches Instrument, wenn es gut ausgesucht ist, kann durchaus befriedigen und ist das meistgekaufte. Diese Instrumente suche ich beim Hersteller aus und mache sie in meiner Werkstatt spielfertig. Steg, Stimme, Griffbrett-, Wirbel- und Obersattelformung sowie die klangliche Einrichtung sind dann von mir gemacht.



Zentren der Geigen-Manufakturen: Mittenwald, Mirecourt, Franken, Markneukirchen, Cremona und Siebenbürgen. Auch chinesischen Werkstätten können mittlerweile hochwertige und schön gebaute Instrumente liefern. Derzeit - im Jahr 2023 - finde ich die Produktion der siebenbürgener Werkstätten am interessantesten. Was sich diesbezüglich in der Szene des Manufakturbaues geändert hat, ist hochinteressant. All diese Instrumente "leben" von der Güte, mit wieviel Sachverstannd sie in den verkaufenden Geigenbauwerkstätten spielfertig gemacht worden sind.

Alte Manufakturinstrumente sind oft vogtländische Instrumente aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Auch Mittenwald und Mirecourt sind Orte des Manufakturbaues. Es gab dort sehr viele Werkstätten, die in allen Qualitäten und großen Stückzahlen produziert haben. Die Maschinenarbeit spielte damals keine so große Rolle, - die Kopierfräse gab es noch nicht. Es wurde statt dessen von Hand in Arbeitsteilung gearbeitet. Es gibt da sehr schöne Instrumente, bei denen man manchmals sogar versucht ist, sie als handgebaute Meisterinstrumente einzuschätzen. Auch mittlere Qualitäten, sofern sie keine häßlich ausgeführten Reparaturen aufweisen, lohnen sich sehr zu richten und weiterhin darauf zu spielen. 


Der Übergang zum „Fabrikinstrument“ ist fließend; sie kommen überwiegend über das Internet in den Handel und haben oft so starke Mängel, daß sie kaum befriedigend spielbar zu machen sind und eine mögliche Nacharbeit oft nicht lohnt.  Auch die teilweise extrem niedrigen Preise legen leider ihre Unbrauchbarkeit nahe. Glücklicherweise gibt es in preislicher Hinsicht Alternativen zum Fabrikinstrument.